Montag, 20. Dezember 2010

Eine Ode an die Musik

Ich gehe durch die Straßen. Ich habe ein Ziel vor Augen: das Internat. So weit ist es nicht: 20 Minuten Fußmarsch. Ein grauer Herbsttag. Es nieselt…
Ich gehe weiter, den ganzen Tag ist es schon so nassfeucht. Ich sehe keine Sonne, aber doch das Licht, wenn auch eines, das von mir kommt und nicht woanders her. Ich trete in Pfützen. Die Schuhe durchweichen. Ich fühle, wie meine Füße nasskalt werden. Ein beschleichendes Gefühl, als wüsste man, dass man am nächsten Tag krank würde, aber das interessiert mich nicht. Der Niesel legt sich wie ein nasser Film auf mein Gesicht. Es regnet…
Die Tropfen werden größer, der Regen heftiger. Er peitscht mir ins Gesicht, aber es interessiert mich nicht. Mein entschlossener Blick ist für manche nur beängstigend, für manche zeigt er Geradlinigkeit, für mich ist er einfach nur das, was ich gerade fühle. Für mich ist es einfach nur ich, in einer meiner Facetten. Schließlich hat jeder Facetten, alle sind unterschiedlich, doch gehören sie alle zu einem großen Gesamtbild. Der Regen kriecht mir in den Nacken. Ich spüre, wie mir der Regen den Rücken hinunterläuft. Er ist kalt und man fühlt sich eigentlich unbehaglich, aber für mich zeigt er nur, dass es Sachen gibt, die oberflächlich betrachtet schlecht scheinen, aber eigentlich einen schönen Hintergrund haben. So weiß ich, dass diese Tropfen wieder verdampfen, egal wie viele es sind, egal wie nass und klamm ich mich fühle. Die Tropfen dringen in meine Kleidung, aber die kann ich wechseln. Und so, wie ich die Kleidung wechseln kann, kann ich meinen Körper im Warmen trocknen, aber wechseln kann ich ihn nicht, doch das ist auch nicht nötig, sobald er sich durch Trocknen regenerieren lässt.
Ich laufe, ich bin nass, ich singe laut. Alle Leute schauen mich komisch an, wie man in der Fußgängerzone denn nur so innig und laut singen kann, aber es interessiert mich nicht. Die Musik, die ich singe, gefällt mir. Sie ist das, was meinen entschlossenen Eindruck hervorruft, die meine Unbekümmertheit provoziert. Nichts interessiert, ich fühle mich wohl in einem Moment, der bei anderen Menschen Unbehagen hervorruft. In diesem Moment ist diese Musik meine Facette. Die Musik gehört zu mir und somit gehört die Facette zu mir. Sie ist ein Teil von mir, wie meine Familie, meine Charaktereigenschaften, meine Vergangenheit.
Ich höre Musik. Ich singe Musik. Ich liebe Musik. Ich lebe Musik…

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