Montag, 28. März 2011

Was ist eigentlich Liebe


Eine große Frage, eine sehr große sogar. Viele stellen sie sich in Gedanken, denken darüber nach, wie ihre Traumfrau oder ihr Traummann wohl aussieht, wie eine perfekte Beziehung für sie ablaufen würde oder verwerfen diesen Gedanken ganz einfach wieder. Viele fragen Freunde, ihre Eltern oder sogar den Lebenspartner selbst, doch was Liebe eigentlich ist, weiß niemand so richtig, nur dass dabei das Herz eine deutlich größere Rolle spielt als der Kopf, unser Verstand… Doch auch das hat nicht jeder verstanden, sodass jeder eine komplett andere Auffassung davon hat und es jedem schwer fällt darüber zu reden, was für ihn Liebe bedeutet, weil man es einfach schlecht in Worte fassen kann…

Für viele bedeutet Liebe dieses unbeschreibliche Kribbeln im Bauch, die Schmetterlinge, von denen man immer spricht. Dieses Kribbeln tritt zufällig, wie die Schmetterlinge, meistens im Frühling auf, Frühlingsgefühle eben... Man erfreut sich der bloßen Anwesenheit des anderen, selbstsichere Personen fangen an stockend zu reden und kalte steinerne Herzen werden mit einmal weich und warm wie Schokolade in der Sonne. Die Liebe verändert einen oder besser noch: Sie bringt Facetten und Charakterzüge eines Menschen ans Licht, die vielen und manchmal sogar der Person selbst vorher verborgen blieben… 

Für viele bedeutet Liebe aber auch Risiko. Das Risiko verletzt zu werden, weil man sich, wenn man liebt, einer Person voll und ganz hingibt, sich dieser Person vollkommen öffnet und Dinge preisgibt, die man eigentlich immer für sich behalten wollte und Sachen sagt, die man vorher noch nie gesagt hat. Und genau das macht einen angreifbar und deshalb fürchten sich so viele vor der Liebe, weil sie Angst haben verletzt zu werden. Sie haben Angst, dass der Partner die Liebe nicht erwidert und ihnen etwas vorspielt, sie ausnutzt… Sie haben Angst, dass der Partner zwar in einen verliebt ist, aber sich das vielleicht ändert und derjenige dann so viel über einen weiß, was er besser nicht tun sollte… Sie haben Angst, dass sie sich so sehr verlieben, dass sie nach einer Trennung in ein tiefes Loch fallen aus dem sie so leicht nicht wieder herausfinden… Kurz gesagt: Diese Menschen haben Angst vor allem, was noch kommen könnte und ihnen Schmerzen bereiten könnte.
Sie leben nicht in der Gegenwart, sondern nur in der Vergangenheit und der Zukunft. Sie denken darüber nach, was war und was sein könnte, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was gerade ist. Sie unterdrücken Gefühle, um nicht verletzbar zu sein, sie versperren sich selbst den Weg zu etwas Wunderbarem, weil sie denken zu wissen, dass es kein dauerhaftes Glück gibt, sondern immer eine Qual folgt.

Doch stellt sich mir die Frage, ob dauerhaftes Glück überhaupt nötig ist. Denn wenn man einmal nur in seinem Leben Glück erlebt hat und sei es auch nur eine Sekunde lang, dann hat es sich gelohnt geboren zu sein. Zumindest ist das meine Auffassung vom Leben.
Und das Schöne an der Liebe ist es doch gerade verletzbar zu sein und sich fallen zu lassen. Denn nur wenn man vom anderen verletzt werden kann, wir man vom anderen auch verstanden…


Zu Guter Letzt möchte ich noch meine Auffassung von Liebe und von einer Beziehung darstellen.

Liebe ist für mich, wenn man den anderen bei jeder Bewegung und bei jedem, was er oder sie macht mit einem begeisterten Funkeln in den Augen beobachten kann. Wenn man so fasziniert ist, dass man den anderen nicht nur für seinen Charakter liebt, sondern für ganz banale Sachen, für reine Bewegungsabläufe… Wenn man den Partner zum Beispiel für seine Art sich die Schuhe zuzubinden liebt oder die Zeitung zu lesen, wenn man den Partner sogar beim Schlafen oder Zähneputzen ansieht und denkt: „Ich könnte da jetzt ewig zusehen, so bin ich in den Bann gezogen von jeder Regung und Bewegung.“
Und für die perfekte Beziehung ist die Voraussetzung natürlich die Art von Liebe, die ich beschrieben habe. Doch möchte ich noch ein weiteres Beispiel nennen:
Ein Pärchen sitzt im Restaurant und wählt nichts aus der Karte, sondern vertraut der Küche blind und lässt sich die Spezialität des Hauses bringen, für jeden von beiden. Was die Spezialität des Hauses ist, ist völlig unbedeutend, sagen wir einfach, im Gericht kommen Pilze mit vor. Es gibt nun drei Möglichkeiten, wie sich die beiden verhalten:

1.      Beide lieben Pilze.
2.      Beide hassen Pilze.
3.      Einer liebt Pilze und der andere hasst sie.

 Bei erstens und zweitens ist es klar, dass jedes Pärchen sagt: „Kuhl, wir haben die gleichen Vorlieben, wir passen zusammen.“; doch bei drittens wird es brenzlig. Der eine könnte den anderen verabscheuen, weil er Pilze liebt oder umgekehrt und man nimmt den unterschiedlichen Geschmack zum Anlass eine Differenz festzustellen, aber es kann auch sein, dass man merkt, dass man sich damit zwar nicht gleicht, aber perfekt ergänzt und einfach der, der die Pilze hasst, seine dem Partner abgibt. So wurde dem Partner eine Freude gemacht und selbst der Unterschied hat einen noch näher zusammengerückt, weil sich Gegensätze manchmal eben auch ganz harmonisch anziehen.
Und nur, wenn sich ein Pärchen, egal ob Fall 1, 2 oder 3, nach diesem Abendessen verbundener fühlt und sich nicht an solchen Kleinigkeiten aufhält, hat die Beziehung Zukunft.

Doch es bleibt, wie am Anfang: Selbst diese Gedanken sind keine Lösung, aber vielleicht denkt sie ja einer im Stillen weiter und lässt das auf sich wirken, was dabei herauskommt. (: