Ein Teelicht wird angezündet. Der Docht beginnt langsam zu brennen. Die Flamme ist erst klein und muss sich erst entwickeln, kein Lufthauch darf sie stören. Sonst würde die Flamme wieder erlöschen. Nachdem diese erste Hürde genommen ist, beginnt das Wachs zu schmelzen. Manche Partikel des Wachses schmelzen durch die Flamme, manche durch andere Wachsteilchen, die warm genug sind. Entweder man wird durch die Hauptursache erweicht oder durch deren Folgen. Es ist wie eine Infektion, die sich ausbreitet. Doch ist diese Infektion nicht zwingend was Schlimmes. Nur manchmal sieht sie die Vernunft als schlimm an, doch das Herz wehrt sich nicht gegen diese Infektion. Durch das warme Wachs wird auch das Aluminium, das das Teelicht umgibt heiß, man sollte das Teelicht also nicht anfassen, sonst verbrennt man sich die Finger.
Für die Kerze gib es nun zwei Möglichkeiten: Entweder sie brennt bis an ihr Ende, wenn alles Wachs aufgebraucht ist oder sie erlischt frühzeitig. Meistens wird das Teelicht vorher ausgepustet. Das Wachs erstarrt wieder, beinahe so schnell, wie es vorher geschmolzen ist. Doch das Aluminium bleibt noch eine Weile heiß. Man kann sich am Teelicht beinahe so lange verbrennen, wie das Wachs braucht, um zu erstarren.
Dort steht das Teelicht, mein Teelicht. Der Docht schwarz angesenkt, kaum Wachs geschmolzen. Und trotzdem sieht der Docht so aus, als wäre er schon tausendmal entzündet worden. Doch waren dies immer nur Funken, die sich einbildeten das Teelicht entzünden zu können. Wirklich entzündet haben dieses Teelicht erst wenige Feuerzeuge, manchmal auch Streichhölzer. Manche Streichhölzer konnten selbst kaum lang genug die Flamme halten, manche entzündeten die Kerze nur kurz. Und selbst die Streichhölzer explodierten in der eigenen Hand oder löschten selbst das Feuer.
Mein Teelicht ist erloschen. Mein Wachs ist erstarrt. Der letzte Versuch es zu entzünden hat das Teelicht so hart mitgenommen, dass der Docht gebrochen ist. Hoffentlich wird mir bald ein Feuerzeug in die Hand gedrückt, welches das Teelicht entzündet, denn selbst eines zu suchen, bin ich satt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen